Zeit für Neue Musik 2019

22. – 30. März 2019

 

Eröffnungskonzert

22.3.2019, 19.30 Uhr, Haus Wahnfried

Umbrüche – Werke an der Schwelle zur Moderne und in Begegnung mit Richard Wagner

Duo concertante Bayreuth
Tobias van der Pals – Violoncello
Rudolf Ramming – Klavier
Moderation: Dr. Wolfram Graf
Werke von Helmut Bieler, Sergej Prokofieff, Leopold van der Pals, Michael Starke und Wolfram Graf

Für viele Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts war die Begegnung mit der Musik Richard Wagners wegweisend. Auch der Russe Sergej Prokofieff sowie der in Russland aufgewachsene Leopold van der Pals erhielten durch den Bayreuther Meister prägende Impulse. Der bei beiden Tonsetzern dadurch entstandenen hoch expressiven Klangsprache werden Werke heutiger Bayreuther Komponisten zur Seite gestellt, die sich direkt auf Wagner beziehen. In gewohnter Manier führt Wolfram Graf mit Erläuterungen zu den Stücken und dem dazu gehörigen Umfeld durchs Programm.


5. Klaviernacht

 
23.3.2019, 19.30 Uhr, Steingraeber Kammermusiksaal

Konzert 1 – 19.30 Uhr
Elisaveta Blumina
Werke von Grigori Frid, Gija Kantscheli, Walentyn Sylwestrow, Galina Ustwolskaja, Mieczyslaw Weinberg

Elisaveta Blumina gehört zweifellos zu den herausragenden Interpreten der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Hierfür zeugen u.a. viel beachtete Einspielungen mit Werken Prokofieffs, Schostakowitschs, von Gubaidulina, Ustwolskaja, Kapustin oder Grigori Fried. Ebenfalls setzt sie sich unermüdlich für den polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg ein, von dem sie zur Zeit eine Serie sämtlicher Kammermusik und Klavierwerke bei cpo einspielt. Ihre Qualitäten gründen sich in der großen russischen Klaviertradition ganz im Stil von Samuel Feinberg oder Arthur Rubinstein. Zahlreiche Auszeichnungen begleiten ihre Karriere, welche sie in viele bedeutende Spielorte auf der ganzen Welt führte.  

Konzert 2 – 21.00 Uhr
Wolfgang Döberlein – Klavier, Ralf Hocke – Rezitation  
Werke von Victor Ullmann und Olivier Messiaen

Mit Olivier Messiaens Klavierzyklus „Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus”  und Viktor Ullmanns Melodram „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ stehen zwei bedeutsame Werke aus dem Jahr 1944 auf dem Programm. Beide Kompositionen sind in gewissem Sinne Bekenntniswerke, wobei Ullmanns „Cornets“ als sein letztes, im KZ Theresienstadt entstandenes Werk, sicher eine Sonderstellung in seinem Schaffen darstellt, bedingt auch durch die besondere Form des Melodrams.    

Konzert 3 – 22.30 Uhr
Moritz Eggert
Werke von Hans Werner Henze, Claus Kühnl, Frederico Mompou und Moritz Eggert

Moritz Eggert, bekennender Steingraeber-Flügel-Liebhaber, Komponist, Pianist und Blogger stellt in diesem Konzert Werke seiner Mentoren sowie Eigenkompositionen vor. Der Bogen reicht von pianistischer Ballettmusik Hans Werner Henzes bis zu den eigenwilligen Klangwelten von Wilhelm Killmayer und Claus Kühnl, den zwei wichtigsten Kompositionslehrern Eggerts. Natürlich darf auch eine Auswahl aus seinem eigenen fortlaufendem Zyklus  „Hämmerklavier“ nicht fehlen, diesmal eine Hommage an den katalanischen Klangpoeten Federico Mompou beinhaltend.

   

Wandlungen

29.3.2019, 19.30 Uhr, Steintraber & Söhne, Kammermusiksaal

Ensemble Musica Viva
Marie Schmalhofer – Sopran
Helmut W. Erdmann – Flöte
Bernd Kremling – Schlagzeug
Marina Palmer-Wulf – Klavier
Werke von Helmut Bieler, Chan Ka Nin, Helmut W. Erdmann und Claude Vivier

Auch in diesem Jahr hat das von Helmut Bieler gegründete und seit Anfang des Festivals mitwirkende Ensemble Musica Viva wieder ein spannendes Programm zusammen gestellt, das von Uraufführungen über Improvisationen bis hin zu Bayreuther Erstaufführungen kanadischer Komponisten reicht. Dadurch werden unterschiedlichste Klangräume ausgelotet, die sich in vielen musikalischen Stilen spiegeln.    

 

Reflexionen – Werke österreichischer Komponisten

30.3.2019 Steingraeber Kammermusiksaal

Merlin Ensemble Wien
Martin Walch, Violine
Luis Zorita, Violoncello
Till A. Körber, Klavier
Werke von Till  Alexander Körber, Gerhard Lampersberg und Thomas Daniel Schlee

Das 1991 gegründete Merlin Ensemble Wien hat sich als eine feste Größe im Reigen der auf zeitgenössische Musik fokussierten Kammermusikformationen etabliert. Nicht zuletzt durch ungewöhnliche Bearbeitungen, Auftritte bei zahlreichen Festivals und die Zusammenarbeit mit Komponistengrößen wie z.B. Sophia Gubaidulina oder Friedrich Zerha haben die Musiker weit über die Grenzen ihres Heimatlandes bekannt gemacht. Ausschließlich österreichische Komponisten stehen an diesem Abend auf dem Programm. Während man Schlee und Körber als Exponenten geistlicher Kammermusik bezeichnen könnte, verdient es auch Lampersbergs zarte und fast zerbrechliche Lyrik, die nicht zufällig in Nachbarschaft zu den frühen Gedichten Thomas Bernhards entstanden ist, wieder gehört zu werden.

 

 

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